Permira und H&F übernehmen Zendesk für zehn Milliarden Dollar

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Zendesk-Chef und Mitgründer Mikkel Svane

Nach Ende des Deals soll der 2007 in Kopenhagen gegründete Kundenmanagement-Spezialist von der Börse genommen werden.

San Francisco Streit mit aktivistischen Investoren, Einbruch an der Börse und gescheiterte Übernahmen: Nach schwierigen Monaten hat der US-Softwarehersteller Zendesk einem 10,2 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot zugestimmt. Die Gruppe um Permira und Hellman & Friedman will das Unternehmen von der Börse nehmen, teilte Zendesk am Freitag mit. Zendesk wollte sich auf Anfrage nicht zu den weiteren Details des Deals äußern.

Die Offerte in Höhe von 77,50 Dollar je Aktie entspricht einem Aufschlag von rund 34 Prozent zum Schlusskurs vom Donnerstag. Vorbörslich legte das Papier am Freitag 29 Prozent zu. Der Preis ist im Vergleich zur Börsenbewertung von vor wenigen Monaten gering. Alleine in Vergleich zum Oktober hatte Zendesk zwischenzeitig rund 60 Prozent an Marktkapitalisierung eingebüßt.

Die Firma Zendesk kommt eigentlich aus Europa. CEO Mikkel Svane hatte das Unternehmen 2007 in Kopenhagen gegründet und später die Firmenzentrale nach San Francisco verlegt. Zendesk stellt Lösungen für Kundenmanagement bereit und bietet unter anderem Chatbots an.

Im ersten Quartal dieses Jahres hatte Zendesk ein Umsatzwachstum von 30 Prozent im Jahresvergleich auf 388 Millionen Dollar bekannt gegeben. Gleichzeitig wies das Unternehmen für die Zeit von Januar bis März einen Nettoverlust von 60 Millionen Dollar aus. Zendesk zählt mehr als 100.000 Firmenkunden weltweit. Für Unternehmen kümmert sich Zendesk um deren Interaktion mit ihren Kunden über Kanäle wie Chat, E-Mail, soziale Netzwerke oder Telefon. Zendesk hat mehr als 6000 Mitarbeitende.

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Im Februar hatte bereits eine Gruppe von Investoren versucht, Zendesk für damals rund 17 Milliarden Dollar zu übernehmen. Damals hatte das Unternehmen abgelehnt. Der Preis sei zu gering, hieß es aus Firmenkreisen.

Zendesk und Svane hatten große Pläne. Die Firma versuchte den Analysedienst Dienst Momentive (ehemals SurveyMonkey) zu kaufen. Der Deal scheiterte jedoch. Daraufhin machte der aktivistische Investor Jana Partners Druck.

Nachdem der Aktienkurs von Zendesk immer weiter zurück ging, handelte nun der Verwaltungsrat. „Der Verwaltungsrat kam zu dem Schluss, dass diese Transaktion die beste Alternative darstellt, und stimmte einstimmig dafür“, teilte der Chef des Gremiums, Carl Bass mit. „Diese Transaktion bietet unseren Aktionären einen sicheren Wert zu einem deutlichen Aufschlag auf den Zendesk-Handelspreis“, sagte Bass.

Die Entscheidung zum Verkauf eröffne der Firma neue Möglichkeiten, sagte Raj Shah vom Beratungshaus Publicis Sapient dem Handelsblatt: „Auch wenn die Bewertung des heutigen Private-Equity-Deals mit 10 Milliarden Dollar geringer ist als der 17-Milliarden-Dollar-Deal, den Zendesk zuvor abgelehnt hatte, ist der Deal dennoch gut für Zendesk.“ Die Firma könnte sich jetzt stärker auf ihre Produkte fokussieren.

Tarim Wasim, Partner bei Hellman & Friedman, sagte: „In den letzten 15 Jahren hat Zendesk die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Kunden betreuen, revolutioniert und ist zu einer führenden Plattform im Ökosystem der Kundenerfahrung geworden.“

Mit Material von Agenturen

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